
Die durchschnittliche Verzinsung der Tagesgeldkonten im Jahr 2010 lag in vielen Fällen deutlich unter 2,00%. Im Hinblick auf die geringe Inflation bot das Tagesgeldkonto damit zumindest einen Inflationsausgleich. Für viele Anleger waren aber nicht die Rendite, sondern vielmehr die Sicherheit und die Flexibilität die relevanten Entscheidungskriterien.
Bei den Sparern sitzt der Schock der Finanzkrise noch ziemlich tief in den Knochen. Die europäische Schuldenkrise erzeugt zusätzliche Unsicherheit. Nur wenige Anleger waren bei der Aktienrallye der letzten Monate dabei. Viele trauen sich immer noch nicht, die defensiven Anlageformen zu verlassen und in spekulative Papiere zu investieren.
Tagesgeld: Anstieg noch im ersten Halbjahr 2011?
Es gibt nach wie vor ziemlich viel Liquidität auf dem Markt. Ein Anstieg der Zinsen erscheint auf den ersten Blick als unwahrscheinlich. Die EZB warnt aber bereits vor möglichen Inflationsgefahren und kündigt eine strenge Beobachtung der Inflationsentwicklung an. Allein diese Ankündigung gilt für viele Experten als Vorbereitung der so genannten Exit-Handlung, bei der der billige Geldhahn zugedreht werden soll.
Dies bedeutet, dass die Banken sich verstärkt aus den Kundeneinlagen refinanzieren müssen - und genau diese Tatsache entfacht einen Konkurrenzkampf um Kundengelder. Manche Experten rechnen daher mit einem spürbaren Anstieg bei der Verzinsung der Tagesgeldkonten gegen Ende der ersten Jahreshälfte 2011.Vieles hängt auch von der weiteren Konjunkturentwicklung in Deutschland ab, die zwar 2011 an Schwung verliert, aber nach wie vor deutlich positiv bleibt.
Wie hoch der Renditeanstieg bei den Tagesgeldkonten sein wird, kann derzeit keiner voraussagen. Es lohnt sich, die Entwicklung aktiv zu beobachten, um gegebenenfalls schnell reagieren zu können.
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