Die neue Bankenabgabe – Einflüsse auf das Tagesgeld?

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Nach der großen Wirtschafts- und Finanzkrise im Jahr 2008 gab es in der Politik von Anfang an Überlegungen, wie die Banken an den horrenden Verlusten beteiligt werden können, die sie größtenteils selbst verursacht hatten. Mit der Bankenabgabe folgt nun eine erste größere Antwort, von der gestern aus dem Finanzministerium weitere Details bekannt wurden. Demnach müssen Banken künftig eine jährliche Bankenabgabe zahlen, die in einen Fonds zur Rettung von Banken in Schieflage einfließt. Unter dem Strich erhofft sich der Finanzminister damit Fondseinnahmen in Höhe von 1,2 Milliarden Euro, wobei im Krisenfall bei nicht ausreichender Fondsausstattung auch noch zusätzliche Kredite in begrenztem Rahmen aufgenommen werden können, die die Banken ebenfalls zurückzahlen müssen.


Bemessung der Bankenabgabe berücksichtigt einlagenstarke Sparkassen


Bei der Bemessung der Bankenabgabe hat die Bundesregierung offenbar Fingerspitzengefühl gezeigt, da die Kunden-Einlagen vom Bemessungsbetrag abgezogen werden und weniger riskant agierende Banken wie die Sparkassen damit auch eine geringere Bankenabgabe leisten müssten. Die Bemessungsgrundlage ist damit die Summe der Passiva minus haftendem Eigenkapital und Verbindlichkeiten gegenüber Kunden (Einlagen). Darüber hinaus sollen außerbörsliche Derivate die Vernetztheit von Banken am Kapitalmarkt anzeigen, was ebenfalls in die Berechnung der Bankenabgabe einfließt. Der Höchstbetrag der Bankenabgabe soll zudem bei 15% des Jahresgewinns liegen, wohingegen auch Banken mit keinem Jahresüberschuss oder Verlust einen Mindestbetrag von 5% der Bemessungsgrundlage zahlen.


Die Bankenabgabe bleibt zunächst ein Einzelprojekt verschiedener Staaten


Die Bankenabgabe sollte nach dem Willen der Bundesregierung ein internationales Projekt werden, jedoch ist eine koordinierte Lösung auf dem G20-Gipfel der Industrienationen gescheitert. Aus diesem Grund wird diese Idee nun zunächst in einigen Staaten umgesetzt, die auf nationaler Ebene dafür plädiert und entsprechende Entwürfe in die Tat umgesetzt haben. Es bleibt nun abzuwarten, ob sich letztlich doch noch weitere Staaten für die Bankenabgabe einsetzen werden.


Welche Auswirkungen könnte die Bankenabgabe auf das Tagesgeld haben?


Die Bankenabgabe bringt neue Kosten für die Banken mit sich und diese reagieren darauf normalerweise sehr empfindlich. So könnte es also sein, dass die Banken ihre zusätzlichen Kosten in Form geringerer Tagesgeld Zinsen an die Kunden weitergeben. Bisher ist nicht klar, ob dies tatsächlich passiert, jedoch besteht diese Möglichkeit auf jeden Fall. Für die Anleger bedeutet dies, dass sie spätestens im nächsten Jahr die Zinssätze ihrer Tagesgeldkonten noch genauer im Blick behalten sollten. Banken, die sowieso verstärkt auf risikolose Alternativen setzen, könnten so allerdings auch einen Wettbewerbsvorteil erlangen, denn für sie dürfte die Bankenabgabe geringer ausfallen.